Einweihung Containeranlage am 20.04.2026

Groß war das Interesse an der Informationsveranstaltung im Gewerbegebiet am Schlaggraben in Rödersheim-Gronau am 20.04.2026, mit der Bürgermeister Stefan Veth und die Beigeordnete Marion Strese die bezugsfertige Containeranlage für Geflüchtete vorgestellt haben. Rund 80 Bürgerinnen und Bürger kamen, um sich zu informieren und die Räumlichkeiten anzusehen. Etwa 1,5 Jahre hat die Planungs- und Bauphase für die Gemeinschaftseinrichtung gedauert, die bis zu 32 Personen beherbergen kann. Die Ausstattung ist robust, zweckmäßig und leicht zu pflegen, dabei hell und freundlich.

Bürgermeister Stefan Veth begrüßte die Gäste, darunter auch zahlreiche Mitglieder des Ortsgemeinderates, Verbandsgemeinderates und Vertreter des Rhein-Pfalz-Kreises, und berichtete über die Eckdaten des Projektes. Demnach ist für die Container eine Verbleibdauer von fünf Jahren auf dem Grundstück geplant. Die Verbandsgemeinde Dannstadt-Schauernheim habe das Grundstück von der Ortsgemeinde Rödersheim-Gronau mit der Verpflichtung gekauft, dieses nach Wegfall des Grundes der Flüchtlingsunterbringung wieder als Gewerbegrundstück zur Verfügung zu stellen. Auch die Container wurden gekauft, erklärt Stefan Veth. Eine Anmietung wäre auf die Dauer teurer geworden.

Weiterhin moderierte Marion Strese den informativen Teil in Form mehrerer Interviews im Wechsel mit Stefan Veth und Mitarbeitenden der Verbandsgemeindeverwaltung, zum Beispiel mit dem Sozialarbeiter Milad Gholami. Nach seinen Angaben sind er und sein Kollege Hasan Gökbulut sehr häufig in der neuen Containeranlage mit einem Büro präsent. Hier würden sämtliche Termine mit Geflüchteten stattfinden, die nicht im Schlaggraben untergebracht sind. Die beiden Sozialarbeiter sprechen mehrere Fremdsprachen und haben erreicht, dass dauerhaft etwa 2/3 der Geflüchteten entweder an einem Deutschkurs teilnehmen oder in Arbeit kommen. Sie organisieren zudem gemeinschaftliche Arbeit für die Geflüchteten, die zwei- bis dreimal pro Woche die Kollegin Susanne Neff im Bereich der angemieteten Wohnungen unterstützen. Ob hier die Hausordnung eingehalten und sorgsam mit der Immobilie umgegangen wird, das kontrollieren Milad Gholami und Hasan Göbulut bei ihren Besuchsfahrten zwei- bis dreimal die Woche. Das Prinzip ihrer Arbeit: Hilfe zur Selbsthilfe.

Christine Fabian vom Bauamt der Verbandsgemeinde skizzierte den Grundgedanken der Planung: „Wir haben Familien besonders berücksichtigt und für sie Doppelräume eingerichtet.“ Diese könnten durch Verschließen der Zwischentür aber auch von Alleinstehenden genutzt werden. Darunter obdachlose Deutschen, von denen vier bis fünf derzeit im Harderhof in Dannstadt untergebracht sind. Der Harderhof hat als Flüchtlingsunterkunft mit seinen 30 Jahre alten Containern eine baurechtliche Duldung bis 2027 und wird dann als Flüchtlingsunterkunft aufgelöst.

„Am Ende gilt - die Mischung macht’s. In die Anlage werden zum einen Menschen einziehen, die in Deutschland bereits Fuß gefasst haben, und auch Neuankömmlinge“, ergänzt Stefan Veth. Zwar gebe es 48 % weniger Ankommende als im Vorjahreszeitraum, bedingt durch Rückkehrer ,  Abschiebungen und vor allem weniger Zuweisungen. Doch gleichzeitig werde der Wohnraum knapper, den die Gemeinschaftseinrichtung kompensieren soll.

Für den Gebäudeschutz sorgt ein regionales Sicherheitsunternehmen in Abstimmung mit dem Verwaltungsteam und mit der Beigeordneten Marion Strese.

Einige Bürger-Fragen bezogen sich schließlich auf das Thema Kosten. Stefan Veth: „Die Unterkunft wurde für gut über 1 Million Euro gebaut. Der Verbandsgemeinderat beschloss die Anschaffung des Gebäudeensembles.“ Die Unterkunft refinanziert sich über Zuweisungen des Kreises und des Landes.

Aus dem Verbandsgemeinderat und dem Ortsgemeinderat wurde die Transparenz während des Projektverlaufs gelobt. Über die Amtsblatt-Rubrik Miteinander leben wurde die Bevölkerung auf dem Laufenden gehalten.

Zum Abschluss richtete Marion Strese noch einmal Worte des Dankes an alle Beteiligten. Sie bedankte sich bei der Bevölkerung, den Ratsmitgliedern, der Verwaltung sowie bei allen Mitwirkenden, die mit ihrem Einsatz und ihrer Unterstützung zum Gelingen des Projekts beigetragen haben. Anschließend nutzten die Gäste die Gelegenheit, sich bei einem Rundgang selbst ein Bild von der neuen Anlage zu machen.

 

Gekocht wird in einer Gemeinschaftsküche, wobei jedes Zimmer einen eigenen Kühlschrank hat. 




Im Waschraum stehen Waschmaschinen und Trockner bereit. 




Ein Mehrzweckraum kann zum Essen, Spielen, Basteln oder Hausaufgabenmachen genutzt werden.