Der Ortsname Rödersheim

Aus „Aus der Geschichte von Rödersheim-Gronau
von Josef Zech, herausgegeben 1978


Im Volksmund heißt Rödersheim „Reeddschem“ oder auch „Reedschum“.

Georg Heeger (II,3) und Christmann (II,14) deuten „Ratherisheim“ als Heim, Besitz, Dorf, dessen Herr den Namen „Radheri“, „Rathere“, „Rater“ und ähnlichen Formen für mehr als 20 Männer in der Zeit von 500 bis 1000 bezeugt.

„Ratheri“ ist auch Bestimmungswort für den Siedlungsnamen „Rädersheim“ (774 Ratherishaim) im elsässischen Kreis Gebweiler, auch für das untergegangene Dorf „Reddersen“ (741 Reddershem) im Kreis Northeim und auch für „Rätershausen“ im Kreis Friedberg sowie für die Wüstung Reershausen im Kreis Alsfeld.

Die erste schriftliche Urkunde von „Ratherisheim“ verdanken wir einer ebenso zufälligen Besitzänderung wie wir es schon bei der ersten Erwähnung von „Alasheim“ festgestellt haben. (siehe unter „Ersterwähnungen“)

Übrigens blieb Rödersheim bis zum Jahre 1798 Eigentum des Speyerer Domkapitels unter der Oberhoheit des Hochstifts Speyer.

Änderungen des Ortsnamens „Rödersheim“:

Im Jahre 859 "Ratherisheim"
Im Jahre 946 "Ratheresheim"
Im Jahre 978 "Retheresheim"
Im Jahre 1236 "Reddersheim"
  "Rethersheim"
Im Jahre 1243 "Reddersheim" 
Im Jahre 1254 "Rethersheim"
Im Jahre 1269 "Retersheim"
Im Jahre 1295 "Redersheim"
Im Jahre 1369 "Rethersheim" 
Im Jahre 1390 "Retersheim"
In den Jahren 1468 - 1470 "Reterßheim"
Im Jahre 1455 "Rettersheim"
In den Jahren 1480 - 1530 "Rettersheym"
Im Jahre 1515 "Reterßheim" 
Im Jahre 1551 "Rettersheimer Weg"
Im Jahre 1572 "Rettersheim"
Im Jahre 1732 "Röttersheim"
In den Jahren 1828, 1836 "Rödersheim"