Jugendfeuerwehr

Mehrere Einsätze in 24 Stunden, von auslaufenden Betriebsstoffen eines Traktors über die Rettung einer Person vom Dach bis zu einem Großbrand mit vermissten Personen: Beim Berufsfeuerwehrtag am letzten Septemberwochenende konnten die Jugendfeuerwehren Gronau und Hochdorf-Assenheim den Arbeitsalltag von Berufsfeuerwehrleuten nacherleben. Dazu war das Gerätehaus in Gronau in eine kleine Feuerwache umgestaltet worden. Los ging es am 30. September 2017 morgens um 8 Uhr. Neun Jugendliche aus Gronau und vier Jugendliche aus Hochdorf-Assenheim im Alter von zehn bis 16 Jahen haben teilgenommen.

Berufsfeuerwehrtag:
30. September bis 1. Oktober 2017 – 24 Stunden Dienst von 8 bis 8 Uhr


Es ist Samstagnachmittag, 16 Uhr. Die Feldbetten stehen noch unbenutzt in einer Reihe. Rucksäcke, Kissen und Schlafsäcke liegen für die Nacht bereit. Daneben hängen die Jacken parat, darunter sind die dazugehörigen Helme abgelegt. Ein Stockwerk höher ist der Mannschaftsraum der Gronauer Feuerwehr. Hier sitzen 13 Jugendliche im Alter von zehn bis 14 Jahren um einen großen Tisch und lernen von Wehrführer Frank Ackermann etwas über Atemschutz, gefährliches Rauchgas und Rettungswege. 


16.15 Uhr: Das Telefon klingelt. Ein Jugendlicher nimmt den Anruf entgegen. Es scheint, der nächste Einsatz steht an. Was passiert ist, davon hört man nur Wortfetzen. Anspannung macht sich im Raum breit. Vorfreude ist in den Gesichtern der Jugendlichen zu erkennen. Dann ist klar: Aus dem Vereinsheim des TuS Gronau kommt Rauch, vier Personen werden vermisst. Dafür, dass manche der Jugendlichen erst seit kurzem dabei sind und allen klar ist, dass es sich um einen Übungseinsatz handelt, verlaufen die weiteren Schritte recht routiniert und schnell. 


Mit drei Fahrzeugen wird ausgerückt, dem Einsatzleitwagen der Freiwilligen Feuerwehr Rödersheim, dem Erstausrückfahrzeug TSF-W aus Gronau und dem Löschgruppenfahrzeug der Wehr aus Hochdorf-Assenheim.  


„Viele Wochen haben wir diesen Dienst für die Jugendlichen vorbereitet, um möglichst detailgetreu nachzustellen, was für die echten Berufsfeuerwehrleute Tag für Tag ansteht“, sagt der Gronauer Jugendfeuerwehrwart Andreas Minke, ohne seinen aufmerksamen Blick vom Einsatzgeschehen abzuwenden. Und nicht ohne seinen Dank den zahlreichen Aktiven auszusprechen, die dafür sorgen, das Geplante vor Ort umzusetzen. Fünf begleiten laut Minke den kompletten 24-stündigen Dienst. Darunter auch die Jugendleitung der Hochdorf-Assenheimer Wehr. Sie haben sich mit ihrer Jugendwehr in diesem Jahr dem Gronauer Berufsfeuerwehrtag angeschlossen. So lernen sich die Jugendlichen der verschiedenen Ortswehren der Verbandsgemeinde Dannstadt-Schauernheim schon früh kennen. Das sei gut, sagt einer der Aktiven. Schließlich arbeiten sie später bei den echten Einsätzen auch zusammen. 

 

17 Uhr: Die vermissten Personen sind gefunden und gerettet. Doch der "Brand" ist noch nicht gelöscht. Gespannt schauen Eltern zu, was ihre Kinder vor Ort alles leisten. Sie sind eingeladen worden, vorbeizukommen, um sich einen Einblick in die ehrenamtliche Jugendarbeit in Gronau zu verschaffen. Auch Ortsbürgermeister Karl Arnold sowie Stefan Veth, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Dannstadt-Schauernheim, haben bereits am Morgen mit großem Interesse verfolgt, wie ein Kleinbrand in einem Mülleimer am Rande eines Feldweges gelöscht worden ist. 


Der Einsatz auf dem Gelände des TuS Gronau ist der größte von insgesamt neun Einsätzen. Zuvor schon mussten die Jugendlichen eine Katze vom Baum holen und auslaufende Betriebsmittel eines Traktors abbinden. Auch musste ein Handwerker nach einem Unfall vom Vordach der Grundschule gerettet werden. Noch wissen die Jugendlichen nicht, was im Laufe des Tages folgen soll. Es wird ein Brandeinsatz in der Dämmerung sowie die Suche nach einer vermissten Person weit nach Mitternacht sein. Wie im waren Leben, kommt es während des 24-Stunden-Dienstes auch zweimal zu einem Fehlalarm, bei dem die Jugendlichen dennoch voll motiviert ausrücken, um die Lage zu überprüfen.


17.25: Auf dem Vereinsgelände des TuS Gronau ist der Einsatz beendet. Nun muss alles aufgeräumt und so wieder hergestellt werden, wie es vor der Übung war. 

Auch wenn die Alarmierungen sicherlich der spannendste Teil des Berufsfeuerwehrtages sind, so gehören auch immer die theoretische Ausbildung und Dienstsport dazu. Und natürlich darf das gemeinsame Spielen, Essen und Reden nicht zu kurz kommen.

Seit 2012 bietet die Freiwillige Feuerwehr Gronau den Berufsfeuerwehrtag für ihre Jugend an. Ab dem Alter von zehn Jahren können Jungs und Mädchen zur Jugendfeuerwehr. Mit 16 Jahren können sie in den aktiven Dienst der Feuerwehr übertreten. 

Wer mehr zur Jugendfeuerwehr Gronau wissen möchte, schreibt an .


(02.10.2017)