Erschließung Gewerbegebiet Östlich der Assenheimer Straße

Die Bagger bewegen schon seit einer Weile Sand und Erde. Nun signalisiert auch der offizielle Spatenstich: Die Erschließung des neuen Gewerbegebiets "Östlich der Assenheimer Straße" geht voran! Damit wird die Idee, Gewerbe gebündelt in einem Gebiet mit Expansionsmöglichkeiten in Rödersheim-Gronau anzusiedeln, nach mehr als 20 Jahren Wirklichkeit.

Spatenstich für Gewerbegebiet „Östlich der Assenheimer Straße“ in Rödersheim-Gronau

Der Baubeginn liegt schon einige Wochen zurück, doch wegen der Corona-Pandemie und den damit verbundenen Einschränkungen konnte der offizielle Spatenstich für die Erschließung des neuen Gewerbegebiets „Östlich der Assenheimer Straße“ erst jetzt gefeiert werden.


Und so griffen am Freitag, 26. Juni 2020, auf der Baustelle am Ortseingang von Rödersheim-Gronau Vertreter aus Politik, Verwaltung und von den beteiligten Unternehmen zum Spaten, um den symbolischen Startschuss für das neue Gewerbegebiet zu signalisieren. Damit beginnt nach einer mehr als 20-jährigen Planungs- und Verhandlungsphase der entscheidende Schritt in Sachen Gewerbeansiedlung.

   


Rede von Ortsbürgermeister Thomas Angel zum Spatenstich für das Gewerbegebiet „Östlich der Assenheimer Straße“ in Rödersheim-Gronau am 26.06.2020


Sehr geehrte Damen und Herren,

liebe Vertreterinnen und Vertreter aus der Kommunalpolitik, liebe Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unserer Verwaltung, der Planung und der Ausführung,

der 02.03.1999 war ein besonderes Datum. Es war was los in der Welt, in Deutschland und in Rödersheim-Gronau.

•                    Die Irak-Krise erlebte einen weiteren Tiefschlag. USA-Kriegsflugzeuge hatten an diesem Tag über 30 Bomben im Nordirak abgeworfen.

•                    Man untersuchte im Rahmen einer Landwirtschaftsausstellung u.a. das Thema "Wie und warum nutzen landwirtschaftliche Gemeinden das Internet?".

•                    Das Bundesverfassungsgericht hat mit Beschluss vom 2.3.1999 über das Thema "Privateigentum und Denkmalschutz" entschieden.

•                    Ich selbst feierte meinen 30. Geburtstag und dachte nicht im Traum daran, 21 Jahre später als Ortsbürgermeister meiner Heimatgemeinde einen Spatenstich ausrichten zu dürfen.

 

Aber kein Thema war an diesem 2. März 1999 so entscheidend, wie DAS Thema hier in Rödersheim-Gronau:

Der Ortsgemeinderat hat in seiner damaligen Sitzung den Aufstellungsbeschluss zum Bebauungsplanverfahren für das Gewerbegebiet „Östlich der Assenheimer Straße“ entschieden und somit den Grundstein dafür gelegt, warum wir heute hier zusammengekommen sind.

Diesem Beschluss ging einiges voran, denn es wurde extra ein städtebauliches Gutachten zum Standort eines Gewerbegebietes erstellt und sogar der Flächennutzungsplan musste eigens dafür geändert werden.

Mit dem heutigen Spatenstich geht somit ein über 20-jähriger Prozess der Findung, der Planung und Genehmigung, der Rechtsprechung und kontroverser Diskussionen zu Ende, die unsere Ortsgemeinde jahrelang in zwei Lager der Meinungen geteilt hatte.

Worüber sich aber hier sicher alle einig sind, ist die Tatsache, dass ein jahrzehntelanger, öffentlicher Grabenkampf der Fraktionen endlich vorüber ist.

Zu diesem bedeutsamen Meilenstein unserer Ortsgeschichte möchte ich Sie alle ganz herzlich begrüßen und freue mich, gemeinsam mit Ihnen diesen besonderen Moment zu würdigen.

 

Das Gewerbegebiet „Östlich der Assenheimer Straße“:

Der ursprüngliche Hintergrund hierfür war, Rödersheim-Gronauer Betriebe - allen voran die damalige Wäscherei - aus dem Ort zu verlagern und ihnen eine Möglichkeit der Expansion zu bieten. Zukünftig werden wir sicherlich die unterschiedlichsten Firmen – hier aus dem Ort, sowie von nah und weiter entfernt - sich um uns herum, etablieren sehen.

 

Liebe Gäste, über 20 Jahre Vorgeschichte zum heutigen Ereignis ist meines Erachtens einen Rückblick wert:

•                    Nach dem schon erwähnten Aufstellungsbeschluss im März 1999 folgten die ersten großen Verfahrensschritte unter frühzeitiger Bürgerbeteiligung, sowie die Anhörung der Träger öffentlicher Belange.

•                    Ein gutes halbes Jahrzehnt später, wir schreiben das Jahr 2006, wurde das Baulandumlegungsverfahren eingeleitet.

•                    Im November 2006 wurde beim Oberverwaltungsgericht in Koblenz ein Normenkontrollantrag eingereicht, der 6 Monate später abgelehnt wurde.

•                    In Erinnerung bleibt mir, dass die Grundstückseigentümer und direkten Anwohner über diese Umlegung nicht erfreut waren. Nach deren Einsprüchen wurden mit ihnen etliche Gespräche und Verhandlungen geführt. Die Folge waren u.a. Planänderungen, wie z.B. eine Vergrößerung der Abstandsfläche und eine Kaufpreisanpassung.

•                    Im Juni 2008 wurde im Ortsgemeinderat dann der Beschluss zum Kauf der Einlageflächen gefasst.

•                    In der Folgezeit bis 2012 wurden mehrere alternative Vorschläge und Anträge, wie z.B. eine Teilumplanung in ein Wohngebiet oder eine Nutzungsänderung in einen Solarpark im Rat eingebracht.

•                    Am 15. März 2012 wurde die Teilerschließung durch Ratsmehrheit beschlossen und die Firma ipr consult mit der weiteren Planung beauftragt.

•                    Die nächsten Jahre bis 2017 waren hauptsächlich geprägt von Anträgen und Anfragen zur Finanzierung und Genehmigung. So richtig vorwärts ging es aber nicht.

•                    In den Jahren 2017 bis 2019 nahm das Thema dann wieder an Fahrt auf, als ein privater Träger die gesamte Fläche von der Ortsgemeinde erwerben und erschließen wollte. Leider ließ sich diese Variante nicht realisieren.

•                    Vor etwa einem dreiviertel Jahr, am 26. September 2019, hatten unser Büroleiter Markus Lehmann und ich einen Termin bei der Kommunalaufsicht. Mit vielen Unterlagen und Argumenten bepackt, diskutierten und verhandelten wir lange mit dem zuständigen Mitarbeiter, bis dann endlich das wichtige Zugeständnis von ihm kam: Die Erteilung der Einzelkreditgenehmigung für die Erschließung auch ohne notarielle Vorverträge mit den Interessenten. DAS elementare Hindernis, welches bei diesem Thema sprichwörtlich sich die Katz´ in den Schwanz beißen ließ, wurde dadurch beseitigt.

 

•                    Und dann ging es ganz fix: Nur zwei Monate später, am 28. Oktober 2019, wurde die Ausführungsplanung angenommen und der Verwaltung den Auftrag zur Ausschreibung erteilt.

•                    Im März/April 2020 sollten dann die Bewerbungsgespräche mit den Interessenten stattfinden, aber wegen damals bestehender Corona-Verordnungen mussten wir diese auf den 15. und 16. Mai 2020 verschieben.

•               Meine Damen und Herren, nach diesem gut 20-jährigen Planungs- und Genehmigungsmarathon stehen wir heute vor rund 31 ha Gewerbeflächen.

Die Erschließung inklusive der Erdarbeiten für Wasser-, Gas-, Strom- und schneller Internetversorgung, sowie Straßenbeleuchtung, für den Kanal- und den Straßenbau beläuft sich auf rund 1.62 Mio. Euro Gesamtkosten für unsere Ortsgemeinde. Lassen Sie uns alle die Daumen drücken, dass schon bald möglichst alle Gewerbeflächen verkauft sind und wir zeitnah unseren Haushalt wieder spürbar verbessern können.

Während der Bauzeit wünsche ich vor allen den beteiligten Firmen ein gutes Gelingen und unfallfreies Arbeiten. Lassen Sie uns alle weiterhin Hand in Hand zusammenarbeiten, damit möglichst bald unsere zukünftigen Betriebe aus einer Ackerfläche ein florierendes Gewerbegebiet machen können.

Es ist mir ein großes Bedürfnis, mich zum Abschluss meiner Rede bei allen Personen auf das Herzlichste zu bedanken, die in irgendeiner Form an diesem Projekt - zum Teil über Jahre und Jahrzehnte mitgearbeitet … gefightet … gelitten … gestritten … geplant … berechnet … und abermals neu berechnet … berichtet … beschlossen … und letztendlich zu einem erfolgreichen „Gewerbegebiet Östlich der Assenheimer Straße“ verholfen haben.

 

Vielen Dank!

Thomas Angel

Ortsbürgermeister


 (29.06.2020)

 

Diese Website nutzt Cookies, um bestmögliche Funktionalität bieten zu können. Mehr Infos